Einzigartiges Sardinien erleben

Archäologische Sehenswürdigkeiten Sardinien: Reise durch die Vergangenheit Sardiniens

Sardinien blickt auf eine unglaublich vielfältige Geschichte zurück. Auf Erkundungstour kann man Spuren aus verschiedensten Epochen und Kulturen finden. Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Geschichte und weiterführende Links zu tollen Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Epoche.
tomba dei giganti pascaredda, archeologische  site nabij luras.png

Jungsteinzeit bis Eisenzeit

Die Insel ist seit der Jungsteinzeit besiedelt und schon früh gab es Landwirtschaft und Viehhaltung. Die Kulturen von Su Caroppu, Grotta Verde und Filiestru lebten vorallem in Höhlen. Während der Ozieri-Kultur (ca. 4000–3200 v. Chr.) nahm die Zahl und Größe unbefestigter Dörfer zu. Aus dieser Zeit sind vorallem plastischen Darstellungen einer Muttergottheit und Wandbilder einer Stiergottheit überliefert. Diese findet man vielfach in den so genannten Domus de Janas (deutsch: Feenhäuser), Felsgräbern, die oft in Gruppen von fünf bis 40 Stück eine Nerkopole bilden. Außerdem findet man heute noch einige der aufgerichteten Menhire (ital. Perda fitta) aus dieser Epoche. Den Übergang von der Kupfer- zur frühen Bronzezeit markiert die Bonnanaro-Kultur mit ihren Gigantengräbern und den ersten Protonuraghen.

Domus de Janas - Die Feenhäuser der Ozieri-Kultur
Tomba dei Giganti - Die Gigantengräber der Bonnanaro-Kultur
Nuraghe

Die Nuraghenkultur

Wenn man durch Sardinien reist, begegnen einem immer wieder in vielfältiger Form Türme aus vergangener Zeit, sogenannte „Nuraghen“. Heute sind noch ca. 7000 davon erhalten, meist sind sie verfallen, jedoch erinnert ihre Mächtigkeit noch an den Glanz in vergangenen Zeiten. Gebaut wurden sie vor über 3000 Jahren in der Bronzezeit und dienten als Kultbauten. Untersuchungen zeigten, dass der Eingang der Nuraghen immer nach Südosten zeigte und auch Fensteröffnungen in den Nuraghen auf astronomische Punkte ausgerichtet waren. Ihre Bezeichnung „Nuraghe“ besteht mindestens seit römischer Zeit und bezeichnet für uns heute auch das Volk, das sie errichtet hat: Die Nuraghen-Kultur. Zentralstück ist immer ein sogenannter Tholos, ein alleinstehender Turm mit einem runden Innenraum, der oft mit Nischen versehen war. In späterer Zeit wurde dieser Turm oft noch von Nebentürmen und weiteren Gebäuden umringt.

Ein Besuch bei der Nuraghe Su Nuraxi in Barumini (Medio Campidano)

Phönizier und Punier

Durch seine strategische Lage war Sardinien schon früh ein Handelsstützpunkt im Mittelmeerraum und zog vorallem Seefahrer aus dem Osten an. Mykener und Zyprer trieben bereits ab dem 14. Jh. v. Chr. Handel mit der Insel. Die Phönizier, ein semitisches Volk aus der Levante, das im ganzen Mittelmeerraum Handel trieb, gründete ab dem 9. Jh. v. Chr im Süden und Westen von Sardinien Handelsstützpunkte, um Handel mit den Etruskern zu treiben. Nachdem die Punier von Karthago aus im 6. Jh. v. Chr. die Führungsrolle über die phönizischen Städte des westlichen Mittelmeers übernahmen, bauten sie viele Handelsstützpunkte auch zu echten Kolonien aus. Zu den phönizisch-punischen Gründungen zählen Karali (heute Cagliari), Othoca, Nora, Sulki, Tharros und das heutige Su Fraigu (punischer Name unbekannt).

• Ein Tag in Nora (Cagliari) (bald verfügbar)

Zwischenspiel der Griechen in Olbia

Olbia („Die Glückliche“) war die einzige griechische Siedlung auf Sardinien. Ihre Lage in einer geschützten Bucht mit Flachwasserzonen für die Fisch- und Muschelzucht in der Nähe machten sie zu einem idealen Siedlungsort. In antiken Schriftquellen wird der Mythos überliefert, dass Oblia von den Griechen unter Iolaos, dem Neffen des Herakles, gegründet wurde. Archäologische Quellen zeigen eher, dass die um 750 v.Chr. von den Phöniziern gegründete Stadt um 630 v. Chr. von Griechen aus Ionien (heutige Westtürkei) übernommen wurde, nachdem Olbia als einzige Siedlung im Nordosten durch den Konflikt zwischen Rom und Karthago immer mehr isoliert wurde und so schutzlos gegen die Besetzung der Griechen war. Die Griechen hatten bereits zuvor zahlreiche Kolonien in Süditalien und Sizilien gegründet, in der sog. Magna Graecia. Für die griechischen Phokaier aus Ionien war Olbia so eine neue Kolonie und zugleich ein erster Basispunkt für weitere Kolonien in Korsika und im südlichen Gallien und für die Handelsschifffahrt. Keramik weist auf einen engen Kontakt mit der indigenen Bevölkerung hin, mit der ebenfalls rege Handel betrieben wurde. Als jedoch die Punier im 6. Jh. v. Chr. zur mächtigsten Handelsmacht im Mittelmeerraum aufstiegen und auf Sardinien Handelsstützpunkte und Städte gründeten, verschwinden die griechischen Spuren in Olbia und die „Serdaioi“, die Griechen Sardiniens, wurden wahrscheinlich von anderen griechischen Kolonien aufgenommen. (Mehr dazu lesen können Sie in der Antiken Welt 1/2018)

Archäologische Sehenswürdigkeiten in Olbia:
Man weiß, dass am höchsten Platz der Stadt, wo heute die Kirche San Paolo steht, in griechischer Zeit und wohl auch schon in phönizischer Zeit die Akropolis der Stadt stand mit einem Heiligtum des Herakles (phönizisch Melkart). Ansonsten sind die Spuren der Griechen vorallem im Museo Archeologico zu finden. Hier kann man neben schönen Keramikstücken und Statuettenfragmenten aus dieser Epoche auch beeindruckende Schiffswracks der Römer sowie zahlreichen Fundstücken von Nuraghern besichtigen.

• Museo Archeologico Olbia
• Aquädukt Sa Rughitulla
• Römisches Landgut S'Imbalconadu

Die Römer

Nach den Ersten Punischen Kriegen, trat Karthago durch einen Zusatz zum Lutatius-Vertrag Sardinien und Korsika an Rom ab. Doch erst geraume Zeit später unternahm Rom tatsächlich Anstrengungen die Insel für sich zu beanspruchen. Da die Römer ihren Herrschaftsanspruch wesentlich enger auslegten, als die hauptsächlich am Handel interessierten Karthager, kam es rasch zu Aufständen der sardischen Bevölkerung. Den ersten Triumph de Sardis feierte man in Rom 235 v.Chr., doch immer wieder musste Rom Heere und Schiffe ausrüsten, um den Unruhen auf Sardinien und Korsika Herr zu werden, die fast schon im Jahresabstand aufflackerten. Die Sarden entzogen sich immer wieder dem römischen Zugriff, indem sie sich in die Höhlen und uralten Bauten der Nuraghenkultur im Gebirge zurückzogen. Auch als die Insel 177 v.Chr. rechtlich zur römischen Provinz erklärte, kam zu Aufständen sardischer Gebirgsstämme, allen voran den Iliensi und den Balari, die jedoch ebenfalls niedergeschlagen werden konnten. Lange Zeit war man davon ausgegangen, dass das Innere der Insel sich der Romanisierung komplett entzogen hatte. Neueste Forschungen haben dies nun zumindest ab der Kaiserzeit widerlegt. Man findet auch im Landesinneren römische Bauten und Funde, lediglich einige wirklich schwer zugängliche Gebiete blieben ausgespart.

• Ein Tag in Tharros (bald verfügbar)
Lena

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Lena Lambers
Sardinia4all

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